Faq Wie und wann Segel reffen?

Wie und wann soll man Segel reffen

Bei zu viel Krängung, wenn sich die Crew unwohl fühlt oder bei zu viel Ruderdruck ist es Zeit, ein Reff einzubinden. Doch wie geht das?

Signale zum Reffen

Wie und wann sollst du die Segel reffen? Die Faustregel heisst: Reffe wenn du oder jemand aus deiner Crew zum ersten Mal daran denkt. Denn meistens wird es nicht einfacher zu reffen, wenn Wind und Welle zunehmen. Hinzu kommt: Ein aufrecht segelndes Boot ist einfacher im Handling, du hast weniger Ruderdruck. Dein Boot segelt nicht langsamer, aber du hast weniger Windabdrift und machst mehr Weg zum Ziel gut (VMG).

Natürlich hängt der richtige Zeitpunkt auch von der Art und Konstruktion der Yacht ab. Grundsätzlich kann man sagen, dass du die Segel reffen solltest, wenn du länger mit mehr als 30 Grad Lage segelst.

Zu viel Krängung und Ruderdruck

Je härter am Wind du segelst, und je stärker der Wind wird, desto mehr krängt dein Boot. Steigt die Windgeschwindigkeit über 16 Knoten, segelt das Boot mit immer mehr Lage. Teils kann Wasser über die Bordwand ins Cockpit fliessen. Du musst dauernd an der Pinne ziehen, weil das Boot luvgierig wird. Und schliesslich kommt der Moment, wo das Boot in den Wind schiesst und einen Sonnenschuss macht.

Das ist ermüdend für die Person am Steuer und unangenehm für die Crew.

Was ist Luvgierigkeit?

Ein Segelboot wird wird, wenn es stark krängt. Konkret wandert der Segeldruckpunkt weit weg von der Bootsmittellinie ins Lee. So entsteht ein Drehmoment, das Boot will anluven. Der Steuermann, die Steuerfrau muss diese Luvgierigkeit am Ruder ausgleichen, das ist auf Dauer anstrengend und nicht "gäbig", wie unser Olympiasegler und Hochseeskipper Res Bienz sagt.

Anleitung zum reffen

Es gibt verschiedene Reffsysteme. Darum ist es wichtig, dass du dich damit vertraut machst, wenn du das Boot zum ersten Mal segelst. Denn wenn du Reffen musst und nicht mehr weisst, wie das geht verlierst du unnötig Zeit. Stress auf dem Boot ist nie gut. Den Ablauf erklären wir hier weiter unten am Beispiel unserer Segelschulyacht ST 19. Im Grundsatz ist der Ablauf aber überall ähnlich.

Grosssegel reffen

1. Kurs Hart am Wind segeln, am besten mit Wind von Steuerbord, weil ihr dann vortrittsberechtigt seid.

2. Grosschot und Baumniederholer lösen

3. Das Grossfall fieren und das Grosssegel herunterlassen, bis die Refföse etwa 20 Zentimeter über dem Baum auf der Höhe des Aug-Beschlags am Mast ist.

4. Das Grossfall wieder belegen

5. Die Reffleine anziehen und durchsetzen. die Rolle mit der Reffleine hinten am Segel muss bis auf den Baum gezogen werden.

6. das Grosssegel mit den Reffbändseln anmachen.

7. Grosssegel wieder dicht nehmen und entspannt weitersegeln.

Was beim Reffen wichtig ist

Entscheidend wichtig beim Reffen ist, dass ihr refft, wenn ihr zum erstem Mal daran denkt. Wartet nicht, bis das Boot so stark krängt, dass Wasser ins Cockpit läuft. Beim Reffen ist wichtig, dass der Steuermann, die Steuerfrau, den Hart am Wind Kurs sauber segelt. Das Boot hat eine Tendenz abzufallen ab, wenn ihr nur unter Fock segelt. Wichtig ist, dass Fahrt im Boot bleibt.

Das Grosssegel soll gefiert sein, es muss killen. Dann erst könnt ihr reffen. Arbeitet ruhig und konzentriert ohne Hektik.

Segel richtig reffen

Wenn ihr reffen müsst, ist das kein Grund zur Panik. Im Gegenteil, nach dem Manöver segelt das Boot besser. Ihr segelt mit weniger Krängung, wenn ihr die Segelfläche reduziert.

Reffen üben

Refffen ist eines der unterschätzten aber sehr wichtigen Manöver, darum übt regelmässig reffen. Das schafft Sicherheit und ihr wisst beim Auslaufen, dass ihr auf zunehmenden Wind reagieren könnt. Ein gutes Gefühl.